Der missbrauchte Bildungsauftrag: Wie Indoktrination das freie Denken ersetzt

Es gibt Sätze, die sollte man einrahmen, nicht weil sie klug sind, sondern weil sie so entlarvend dumm sind. „Faschisten mit Presseausweis sind trotzdem Faschisten“, erklärte Noa Sander vom Bündnis „Widersetzen“, nachdem seine Mitläufer auf dem AfD-Parteitag in Erfurt einem Reporter die Grundlagen der Pressefreiheit mit dem Stiefel beigebracht hatten.

Da prügeln Antifaschisten auf Journalisten ein, und ihr Sprecher distanziert sich nicht, sondern liefert die Fußnote gleich mit. Wer gegen den Faschismus kämpft, indem er unliebsame Berichterstatter zusammentritt, hat vom Faschismus immerhin die Methode verstanden. Nur die Rolle verwechselt.

Vielleicht ist es die Altersmilde, die bei mir gerade einsetzt, aber ich bringe es nicht übers Herz, diese jungen Leute pauschal zu verurteilen. Im Kern tragen viele von ihnen eine anständige Idee mit sich herum: Kein Faschismus, kein Nationalsozialismus in Deutschland. So viel Restwissen aus dem Geschichtsunterricht ist offenbar hängengeblieben. Aber, es ist offensichtlich dieselbe Klientel, die „From the river to the sea“ skandiert, ohne den Fluss oder das Meer auf einer Karte zu finden, geschweige denn die dazugehörige Geschichte.

Dieselben, die „Queer for Palestine“ rufen; Ein Oxymoron von solcher Vollendung, dass man es am liebsten in Kreuzstich auf Tuch sticken und einrahmen möchte. Das Tragische ist, daß man man ihnen in Gaza für diese Parole auf dem kürzesten Weg vom Dach helfen würde. Aber so weit denkt keiner, der das nachplappert.

Jetzt lese ich, daß RAF-T-Shirts offen getragen werden auf den Straßen Berlins, als handele es sich um eine hübsche Retro-Marke. Die RAF aka Baader-Meinhof-Bande, auf deren Konto Dutzende ermordete Politiker, Unternehmer und Polizisten gehen, ist nun zum Modeaccessoire geworden. So so. Kinder, das ist keine Provokation, das ist stoffgewordene Ahnungslosigkeit mit Siebdruck. Man müsste den Trägern erklären, was sie da am Körper spazieren führen. Aber dafür müsste sie jemand einmal etwas gelehrt haben.

Womit wir beim eigentlichen Punkt wären. Diese jungen Menschen sind tragische Figuren auf dem Spielfeld von Leuten, die genau wissen, was sie tun. Das junge unschuldige Herz wird so lange mit Ideologie vollgestopft, bis es vor lauter hasserfüllter Haltung platzt. Und die Futterstellen, an denen das geschieht, heißen Schule und Universität. Dort, wo einst Bildung stattfand, werden heute Weichen gestellt: Hamas-Sympathie hier, Judenhass da, und das alles unter dem Deckmantel der Gerechtigkeit. Statt geschichtlichem Kontext, politischer Einordnung und der guten alten Fähigkeit, selbst zu denken, gibt es Indoktrination in Reinform, reiner als ungestrecktes Koks.

Wir sind im Jahr 2026 und diskutieren allen Ernstes über die Anzahl der Geschlechter, als hätten Aufklärung und Wissenschaft in der Biologie nie stattgefunden. Wer nicht mitspielt bei dieser Scharade, gilt als Ketzer, als Verräter der wahren guten Sache.

Selbst ehemalige Spitzenuniversitäten, wie Harvard, sind inzwischen derart woke durchtränkt, dass klar denkende junge Menschen sie meiden wie der Teufel das Weihwasser. Auf der einen Seite haben wir das woke-linksideologische Brainwashing in deutschen Universitäten. Auf der anderen Seite die islamistisch-fundamentalistische Abrichtung des Nachwuchses in den Koranschulen. Zwei Sorten Fanatismus, die ihre Kinder kopfmäßig derart vergiften und sie als Rohstoff für ihre Kämpfe auf den Straßen verbrauchen. Gute Nacht, Deutschland. Es war schön mit dir.

Wir brauchen wieder Schulen, die ihren Namen verdienen. Die den

Bildungsauftrag ernst nehmen, statt ihre Position für ihren Missionsauftrag zu missbrauchen. Wir brauchen Lehrer, die mutig genug sind und immun gegen die Cancel Culture. Die Tatsachen und Fakten beim Namen nennen, auch wenn der Name gerade unpopulär ist. Und die ihren Schülern zutrauen und sie ermutigen einen eigenen Gedanken zu fassen.

Warren Smith ist so einer. Einer seiner Schüler behauptete, J. K. Rowling sei transphob. Smith machte daraus kein Urteil, sondern ein Gedankenexperiment, das er filmte und auf Youtube stellte. Heraus kam ein aufrichtiger respektvoller Dialog, der den Schüler behutsam dazu brachte, seine eigene Position in Echtzeit zu prüfen und zu korrigieren. Ein seltener Moment zivilisierter Debatte, der Millionen berührte. Der Applaus kam von überall, nur nicht von Smiths Arbeitgeber. Kurz darauf verlor er seine Stelle. Er hatte den unverzeihlichen Fehler begangen, einen jungen Menschen zum kritischen Denken anzuregen, statt ihm das Ergebnis zu diktieren.

Wer wissen will, wohin die Reise geht, muss nur zusehen, wen man entlässt, und wen man mit dem Presseausweis zu Boden tritt.

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert